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Multilaterale Zusammenarbeit mit afrikanischen Ländern

Schutz und nachhaltige Nutzung biologischer Vielfalt vereinen             Integrative Konzepte für nachhaltige Entwicklung in Afrika


Biodiversität in Afrika

Giraffe und Zebras im Arusha Nationalpark, Tansania (Bild: Christina Tarne)

Giraffe und Zebras im Arusha Nationalpark, Tansania (Bild: Christina Tarne)

In afrikanischen Ländern befinden sich 8 von weltweit 34  Biodiversitäts-Hotspots. Die Artenvielfalt auf diesem Kontinent ist also besonders hoch, sodass gerade dort ein Engagement für den Erhalt der Ökosysteme erforderlich ist. Allein in diesen Hotspots existieren 445 bedrohte endemische Tierarten und über 30 000 endemische Pflanzenarten, welche auf besonderen Schutz angewiesen sind. Die knapp 675 Mio. ha Waldfläche des Kontinents gilt es als Kohlenstoffsenke und natürlichen Lebensraum zu erhalten.

Klimawandel und Armut führen vielerorts zu Landnutzungsveränderungen und zur Übernutzung biologischer Ressourcen. Diese Entwicklungen haben den Verlust von biologischer Vielfalt und damit die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlage zur Folge. Die Etablierung nachhaltiger Nutzungsformen ist daher ein entscheidendes Instrument zum langfristigen Erhalt biodiversitätsreicher Regionen.


Biosphärenreservate als Instrument nachhaltiger Entwicklung

Seit 1971 gibt es das UNESCO-Programm  Der Mensch und die Biosphäre. Unter diesem Dach ist es in 40 Jahren gelungen, 580 Biosphärenreservate in 114 Ländern zu entwickeln und anerkennen zu lassen.  Biosphärenreservate sind Modellregionen für nachhaltige Entwicklung, in denen das harmonische Miteinander von Mensch und Natur exemplarisch vorgelebt werden soll.


Blick auf den Afrikanischen Grabenbruch im Biosphärenreservat Manyarasee, Tansania (Bild: Christina Tarne)

Blick auf den Afrikanischen Grabenbruch im Biosphärenreservat Manyarasee, Tansania (Bild: Christina Tarne)

In  74 Biosphärenreservaten in 33 afrikanischen Ländern wird eine nachhaltige regionale Entwicklung gefördert. Biosphärenreservate eignen sich als Schutzkategorien von Kulturlandschaften in Afrika besonders, da sie sowohl den Schutz als auch die nachhaltige Nutzung von biologischer Vielfalt und Ökosystemdienstleistungen in einem Konzept vereinen. Dadurch leisten sie auch einen Beitrag zur Armutsbekämpfung.

 


Workshop zum Management afrikanischer Biosphärenreservate

Vom 27.06. bis 02.07.2011 organisierte das BfN gemeinsam mit dem  AfriMAB-Sekretariat, der  Deutschen UNESCO-Kommission (DUK), dem  UNESCO-MAB-Sekretariat und der  Bayerischen Verwaltungsstelle für das Biosphärenreservat Rhön einen Expertenworkshop zum "Management von Herausforderungen von Biosphärenreservaten in Afrika". Die Workshopdokumentation finden Sie  hier.


Erhalt von Wildkaffeewäldern in Äthiopien

Wildkaffeepflanze, Äthiopien (Bild: Manfred Denich)

Wildkaffeepflanze, Äthiopien (Bild: Manfred Denich)

Das Hochland Äthiopiens gehört zum Biodiversitäts-Hotspot „Eastern Afromontane“. Vor allem die Wälder sind sehr artenreich, jedoch wurden sie auf 3% der Landesfläche reduziert. Dadurch sind die Wildpopulationen des Arabica-Kaffees stark bedroht. Um diese Vorkommen zu schützen und gleichzeitig als Lebensgrundlage für die lokale Bevölkerung zu sichern, engagiert sich das BfN mit anderen Partnern vor Ort. So gelang 2010 die Ausweisung der ersten beiden äthiopischen Biosphärenreservate zum  Erhalt der Wildkaffeewälder.


Nachhaltige Wildsammlung von Heil- und Aromapflanzen

Viele wild wachsende Pflanzen stellen einen unverzichtbaren Bestandteil unserer Heil- und Nahrungsmittelversorgung dar. Durch Übernutzung und unsachgemäße Sammeltechniken sind jedoch mittlerweile fast 15 000 Arten bedroht, viele davon in Afrika. Deshalb entwickelte das BfN gemeinsam mit Partnern 2007 den  International Standard for Sustainable Wild Collection of Medicinal and Aromatic Plants (ISSC-MAP). Er soll die Nachhaltigkeit der Sammelmethoden und des Managements der Wildpflanzen gewährleisten.


Teufelskralle-Frucht mit krallenartigen Auswüchsen, Südafrika (Bild: Uwe Schippmann)

Teufelskralle-Frucht mit krallenartigen Auswüchsen, Südafrika (Bild: Uwe Schippmann)

Schutz der Teufelskralle

Die  Afrikanische Teufelskralle ist durch extreme Übernutzung vom Aussterben bedroht. Durch die medizinisch wertvollen Inhaltsstoffe der Knolle besteht insbesondere auf dem europäischen Markt eine große Nachfrage, die zu unsachgemäßer, unkontrollierter Sammlung der Pflanzenteile geführt hat. Mit Unterstützung des BfN und Mitteln des BMU konnten von 2000 bis 2007 Maßnahmen gefördert werden, die eine nachhaltige Sammlung und Vermarktung und somit den Schutz dieser Art ermöglichen.


Projektmanagement im BfN

Fachgebiet I 2.3 Internationaler Naturschutz
Kontakt:  Bettina Hedden-Dunkhorst


Letzte Änderung: 17.08.2011

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